Kleines Lexikon des Tees

A

Anbaugebiete: Teeanbaugebiete sind vor allem Länder mit subtropischem Klima. Teepflanzen benötigen reichlich Sonne und Niederschläge.
Assam: Region im Nordosten Indiens, zu beiden Seiten des Brahmaputra-Stromes gelegen, die als das größte Teeanbaugebiet der Welt gilt.
Assam Hybride: Eine aromatische und robuste Teesorte, die durch Kreuzung von Thea sinensis und Thea assamica entstanden ist. Die meisten Teeplantagen züchten ihre Sträucher auf der Grundlage der Assam Hybride.
Ätherische Öle: Sie machen den typischen Geruch jeder Pflanze aus und geben dem Tee sein charakteristisches Aroma (s. Flavor).
Aufbewahrung: Tee muß trocken in einem luftdichten Gefäß gelagert werden, denn Sauerstoff und Gerüche verderben das Aroma (s. Flavor).London Tea Auction
Aufgußbeutel: Teebeutel sind zwar praktisch, doch wahre Teeliebhaber bevorzugen losen Tee.
Auktionen:
Die bedeutendsten Teeauktionen finden in Kalkutta (N-Indien), Cochin (S-Indien), Colombo (Ceylon) sowie in London, Amsterdam und Antwerpen statt.
Autumnal Tea:
Herbsttee; Tee aus der Herbsternte in Darjeeling und Assam.

B

Bakey:
"gebacken"; Tee, dessen Aroma an den Duft frisch gebackenen Brotes erinnert.
Basket-fired: Japanischer Tee, der in Körben (baskets) über dem Feuer geröstet (fired) wird.
Black Tea: Schwarzer, also fermentierter, Tee.
Blatt-Grade: Es gibt vier verschiedene Blattgrade: Blatt-Tee, Broken, Fannings und Dust.
Blatt-Tee:  Tee, der aus unzerkleinerten Blättern besteht. Die vier Spitzenqualitäten sind: Flowery Orange Pekoe (F.O.P.), Tippy Golden Flowery Orange Pekoe  (T.G.F.O.P.), Finest Tippy Golden Flowery Orange Pekoe (F.T.G.F.O.P.)
Blend: "Mischung" aus verschiedenen Teesorten, die von einem tea blender (Teemischer) zusammengestellt wird.
Body: Tee, der eine "kräftige Tasse" ergibt, d.h. einen stark riechenden Tee von dunkler, rötlicher Farbe.Boston Tea Party
B.O.P.: Abkürzung für Broken Orange Pekoe; Kräftiger Schwarztee aus feiner Pflückung mit zerkleinertem Blatt.
B.P.: Abkürzung für Broken Pekoe; Schwarzer Tee aus weniger feiner Pflückung als der B.O.P..
Boston Tea Party: Aus Protest gegen die Erhebung von Teesteuern warfen als Indianer verkleidete Kolonisten 1773 eine Schiffsladung Tee in das Bostoner Hafenbecken.
Bread and Butter Tea: s. Regentee.
Brisk: Ein "lebendiger" Tee mit frischem Geschmack.
Broken: Zerkleinerter Tee, der einen kräftigen Aufguß liefert.
Broken Pekoe: s. B.P.
Broken Orange Pekoe: s. B.O.P.

C

Ceylon:
Teeanbaugebiet auf der Insel Sri Lanka.
Ceylon-Tee: Tees aus dem heutigen Sri Lanka, dem zweitgrößten Teeanbaugebiet der Welt.
Cha-no-yu: Japanisches Teeritual, bei dem geschlagener Pulvertee (Matcha) getrunken wird.
Ch'a Shu: Handbuch zur Teezubereitung aus der Zeit der Ming-Dynastie in China (14.-17. Jh.). Das Buch nimmt den individuellen Atem als Zeitmaß für die Zubereitung grünen Tees.
Chest: Mit Folie ausgelegte und mit Metall beschlagene Sperrholzkiste zur Verschiffung des Tees. Tee Clipper
Chinesischer Tee: In China wird in 14 Provinzen Tee angebaut, u.a. in Anhui, Szechuan und Yunnan. Die Bezeichnung "Chinesischer Tee" steht meist für grünen Tee.
Clean: "Sauberer" Tee ohne jeden Beigeschmack.
Clipper: Wendige Segelschiffe, mit denen Tee von China nach London transportiert wurde, und die sich im 19. Jahrhundert regelrechte Wettrennen lieferten.
Crop: "Ernte"; Ertrag einer Teeanbaufläche.
CTC: Abkürzung für Crushing, Tearing, Curling (Zerbrechen, Zerreißen, Rollen); mechanisierte Methode der Teeproduktion, die vor allem bei der Herstellung von Tees für Aufgußbeutel verwendet wird.
Cutter: Mechanischer Teeschneider, der die Teeblätter zerkleinert.

D

Darjeeling: Stadt in Nordindien an der Grenze zu Nepal; Teeanbaugebiet an den Südhängen des Himalaya; liefert Spitzentees von exzellentem Geschmack.
Dhool: Je nachdem, ob die Teeblätter einmal, zweimal oder dreimal gerollt (s. Rollen) werden, spricht man vom ersten, zweiten oder dritten Dhool.
Dimbula: Name einer der ersten Teeplantagen, die auf Ceylon angelegt wurden, und einer Teesorte.
Dooars: Anbaugebiet in Nordindien, zwischen Assam und Darjeeling.
Dull: Tee, der "stumpf" schmeckt.
Dust: Kleinste Blattgröße. Die Teeblätter sind fein zerrieben und gesiebt.

E

Earl Grey: Schwarzer Tee, der mit Bergamotte-Öl aromatisiert wurde.
Early Morning Tea: Tee, der am Morgen, noch vor dem Aufstehen getrunken wird.
East India Company: Britische Handelsgesellschaft mit Sitz in London, die von 1600 bis 1833 das Monopol für den Teehandel mit China besaß.
Eis-Tee: Erfrischungsgetränk.
English Blend: Mischung aus Assam-, Darjeeling- und Ceylon-Tee.

F

F.: Abkürzung für flowery; Tee aus den jüngsten Blättern des Strauches.
Fannings: Zweitfeinster Blattgrad, gröber als Dust und kleiner als Broken. Fannings wird wegen des kräftigen Aufgusses vorwiegend für Teebeutel verwendet.
F.P.O.P.: Abkürzung für Flowery Broken Orange Pekoe.
Fermentation: Oxidationsprozeß zur Herstellung von schwarzem Tee; grüner Tee ist unfermentiert.
Fine Plucking: "Feine Pflückung", bei der nur two leaves and a bud - zwei Blätter und die Knospe - geerntet werden.
First crop: "Erste Pflückung" der jungen Teesträucher, die die beste Qualität liefert.
First Flush: Die erste Pflückung nach den Monsunregen. First Flush-Tees zeichnen sich durch einen besonderen Geschmack aus.
Flat: Ein - im Gegensatz zum brisk tea - eher fad schmeckender Tee.
Flavonoide: Pflanzenstoffe, die der Pflanze ihre typische Farbe verleiht, und mit denen sie sich selbst vor Krankheitserregern und schädlichen Einflüssen schützt. Ihnen wird eine antioxidative, zellschützende Wirkung zugeschrieben, d.h. sie spielen eine Rolle bei der Prävention von Herz-, Kreislauferkrankungen und Stoffwechselstörungen.
Flavor: auch flavour; Duft und Aroma des Tees.
Flush: der junge Trieb am Teestrauch mit Blattknospe und den beiden jüngsten Blättern (two leaves and a bud).
F.O.P.: Abkürzung für Flowery Orange Pekoe; Tee, der gepflückt wird, wenn die Triebe im Aufblühen sind; ergibt einen hochwertigen Tee mit aromatischem, hellem Aufguß.
F.P.: Abkürzung für Flowery Pekoe; Schwarzer Tee aus feiner Pflückung, dessen Blätter zu Kügelchen gerollt sind.
F.T.G. F.O.P.: Abkürzung für Finest Tippy Golden Flowery Orange Pekoe; eine der erlesensten und teuersten Teequalitäten mit hohem Anteil an Blattspitzen und Knospen.
Full: Tee, der kräftig im Geschmack ist, aber nicht bitter.


G

Gartentee: Ungemischter Tee, der aus einem einzigen Garten stamt und unter Angabe seiner Herkunft gehandelt wird.
G.B.O.P.: Abkürzung für Golden Broken Orange Pekoe. Hochwertiger Broken-Tee mit goldenen tips, Blattspitzen.
Gerbsäure (Tannin):
Bestandteil des Tees, der in den Spitzen weniger, in den Blättern mehr enthalten ist. Wirkt beruhigend auf den Verdauungstrakt.
G.F.O.P.: Abkürzung für Golden Flowery Orange Pekoe.  Hochwertiger Blatt-Tee mit goldenen tips, Blattspitzen.
Golden: Tee, der helle Spitzen enthält, die kürzere Zeit fermentiert sind.
Golden Tips: Junge Blattspitzen - weißlich gefärbt, mit wenig Gerbsäure.
Grade: Teegrade werden entsprechend der Größe und der Art der Blätter unterschieden.
Grüner Tee: Unfermentierter Tee, der einen höheren Gerbstoffgehalt hat als schwarzer Tee. Durch seinen hohen Flavonoiden und anderen Bioaktivstoffen bietet er einen Zellschutz, schützt vor Gefäßveränderungen, beeinflußt den Stoffwechsel positiv und wirkt blutdrucksenkend.
Gunpowder: "Schießpulver"; ein zu Kügelchen gerollter, unfermentierter, d.h. grüner, Tee.

H

Handelskompanien:
Der Teehandel wurde über Jahrhunderte von zwei Handelskompanien beherrscht, der Britisch-Ostindischen Kompanie (gegründet 1600) und der Holländisch-Ostindischen Kompanie (gegründet 1602).
Härte: Die Härte des Wassers spielt eine große Rolle bei der Zubereitung des Tees. Je weicher das Wasser, desto besser.
High grown: Bezeichnung für Hochlandtees, d.h. Tees, die in Höhen über 1300 m wachsen.
High Tea: Höhepunkt im englischen Alltag mit Tee und Gebäck.

I

Indien:
Größter Teeproduzent. Am bekanntesten sind die Teeanbaugebiete Darjeeling und Assam.
Infusion: Soviel wie Aufguß.


J

Japan: Heimatland der Teezeremonie, in dem bevorzugt grüner Tee produziert und getrunken wird. Bekannte Teeplantagen sind Gyokuro und Shizuka.
Jasmintee: Mit Jasminblüten versetzter grüner chinesischer Tee. Diese Form der Aromatisierung existiert schon seit etwa 1000 Jahren.

K

Kaiserliche Pflückung: Verwendung nur der Knospe und des ersten Blattes für Tee. Im alten China durfte der Tee für den Kaiserhof nur von Jungfrauen geerntet werden. Die Knospen wurden mit einer goldenen Schere abgeschnitten und in goldenen Körben gesammelt.
Kandis: Grobkristalliner Zucker, den Teekenner oft dem raffinierten Zucker vorziehen.
Karawanentee: Tee, der auf Kamelen aus China durch Innerasien transportiert und über Rußland gehandelt wurde.
Koffein: Im Kaffee und Tee enthaltenes Alkaloid, das eine anregende Wirkung hat.

L

Light: Schwarzer Tee, der "leicht" schmeckt, d.h. weder voll noch kräftig.
Lipton: Thomas Lipton war der Gründer der bis heute existierenden Teehandelsfirma Lipton.
Low grown: Bezeichnung für Tee, der in niedrigeren Höhenlagen wächst als der High grown. Generell gilt: Je höher die Lage, desto edler der Tee.
LTP: Abkürzung für "Lawrie Tea Processor", eine nach ihrem Erfinder benannte Maschine, in der die Teeblätter fein zerschnitten werden.

M

Malty: "malzig"; eine positive Eigenschaft des Tees.
Matcha: Japanischer grüner Pulvertee, der mit einem Bambusbesen mit heißem Wasser verrührt und bei der japanischen Teezeremonie gereicht wird.
Medium grown: Tee, der in Lagen zwischen 650 m und 1300 m über dem Meeresspiegel wächst.

N

Natural Leaf: Natürlich belassenes Teeblatt, das weder zerteilt noch gerollt wurde.

O

O.P.: Abkürzung für Orange Pekoe; nach der englischen Sortierung die zweite Güteklasse. Das Wort Orange geht auf das niederländische Königshaus der Oranier zurück.

P

Pekoe: Bedeutet im Chinesischen "Frauenhaar" und bezeichnet den nächst gröberen Blattgrad nach Orange Pekoe.
Pekoe Souchong: Aus der groben Pflückung, d.h. dem vierten bis sechsten Blatt, gewonnener Tee.
Pflückung: Die Ernte des Tees. Je jünger die gepflückten Blätter, desto höher die Qualität.

Q


R

Regentee: Während des Monsuns geernteter Tee.
Rollen: Rolling; Vorgang, bei dem die Teeblätter stift- oder kugelförmig gerollt werden.
Russischer Tee: (1) Karawanentee aus China, der bis zur Öffnung des Suezkanals (1869) über Rußland nach Europa transportiert wurde. (2) In Rußland produzierter Tee, vor allem in Grusinien und Georgien.

S

Samowar: Gerät zur Bereitung des Tees, das seit dem 18. Jahrhundert vor allem in Rußland, der Türkei und dem Iran verwendet wird.
Schwarzer Tee: Fermentierter Tee.
Second Flush: Die zweite Pflückung im Lauf einer Vegetationsperiode.
Sortierung: Am Ende der Produktion wird der Tee nach der Größe der Teeblätter in Grade sortiert. Man unterscheidet leafy grades und broken grades. Die englisch-indischen, die neue indische, die chinesische und die moderne Skala unterscheiden sich der Benennung der Grade.
Sri Lanka: heutiger Name des früheren Ceylons.
Stalks: Blattrippen und Stiele.

T

Tea Taster: Teeprüfer, die als tea blender auch die Mischungen (blends) zusammenstellen.
Teemischungen: Zusammenstellungen von verschiedenen Teesorten.
Teeschule: Japanische Einrichtungen, in der speziell ausgebildete Teemeister die Kunst der Teezeremonie vermitteln.
Teezeremonie: Japanische Kunst der Teezubereitung.
Tein: Das im Tee enthaltene Alkaloid Koffein. Eine Tasse Tee enthält 0,01 bis 0,05 Gramm Tein.
T.G.F.B.O.P.: Abkürzung für Tippy Golden Flowery Broken Orange Pekoe. Top-Grad bei Darjeeling Broken-Tee.
T.G.F.O.P.: Abkürzung für Tippy Golden Flowery Orange Pekoe. Top-Grad bei Darjeeling Blatt-Tee.
Thea assamica: Assam-Teepflanze, die inzwischen auch außerhalb von Assam und als Hybridpflanze (Assam Hybride) angepflanzt wird. Sie hat breitere Blätter als die chinesische Teepflanze.
Thea sinensis: Chinesische Teepflanze; ursprünglich in China beheimatet, aber inzwischen auch anderswo angebaut.
Tip: "Spitze"; das Hüllblatt der Blattknospe, da mit feinen Härchen besetzt ist.
Tired: Ein "müder" Tee, der lange gelagert hat oder von verbrauchten Sträuchern stammt.
Trocknen: Firing; Rösten des Schwarztees, das früher in Pfannen über offenem Feuer erfolgte.
Twining: Thomas Twining, der Gründer der ältesten britischen Tee-Dynastie, schenke ab 1706 Tee in seinem Londoner coffee house aus.
Two leaves and the bud: "zwei Blätter und die Knospe"; der junge Trieb am Teestrauch mit Knospe und den beiden jüngsten Blättern.


U

Urasenke: Japanische Teeschule.

V


W

Wasserhärte: Je weicher das Wasser, desto besser der Tee. Ideal ist Quellwasser oder Trinkwasser mit einem Härtegrad bis 7. Handelübliche Wasserfilter enthärten und entchloren das Wasser, müssen jedoch regelmäßig gereinigt werden.
Welken: Withering; erster Produktionsschritt nach der Pflückung, bei dem das Blatt Feuchtigkeit verliert und schrumpft.


X


Y


Z

Zen: Lehre der buddhistischen Meditation, gegründet im 7. Jahrhundert A.D. in China.
Ziegeltee: Tee, der mit Hilfe von Reiswasser in Ziegelform gepreßt wurde. Früher wegen seiner guten Transportierbarkeit allgemein üblich, heute nur noch in Tibet und der Mongolei zu finden.